Undine JaehneAllgemeinKommentar schreiben

34 Prozent der Deutschen kaufen direkt nach dem Erhalt eines Newsletters die angepriesene Ware. 27 Prozent haben das zwar noch nie gemacht, können es sich jedoch vorstellen. Dies zeigt eine Online-Umfrage auf statista. Grund genug, sich als Onlinehändler dieses Potenzial genauer anzuschauen. Wir haben zusammengetragen, wie Sie am besten Newsletter-Abonnenten gewinnen.

Wenn Sie sich für einen Newsletter-Versand entscheiden, bleibt die Frage: Wie lässt sich die Empfängerliste füllen? Gemeinsam schauen wir uns an, wie Sie Schwung in Ihren E-Mail-Verteiler kriegen und die Leute dazu, sich für Ihren Newsletter anzumelden.

In unserem Blogbeitrag finden Sie Informationen zu folgenden Themen:

Wieso Sie keine E-Mail-Adressen kaufen sollten

Mail-Adressen zu kaufen mag zunächst verlockend klingen, wenn Sie Ihre Empfängerliste ausbauen wollen. Auch wenn Ihnen Anbieter im Netz eine umfangreiche Firmenadressliste für verlockende Preise offerieren, diese Angebote sind keine effiziente Lösung. Denn meist gehören die Adressaten gar nicht zu Ihrer Zielgruppe. Zudem wissen Sie nicht, wo die gekauften E-Mail-Adressen herkommen.

Grundsätzlich ist der Kauf von Adressdaten in Deutschland nicht verboten. Selbst nach Inkrafttreten der DSGVO bleibt es weiterhin legal, Mailadressen von Drittanbietern zu kaufen. Die Nutzung dieser ist jedoch stark begrenzt. So dürfen Sie Werbe-E-Mails nur dann verschicken, wenn der Empfänger dem Newsletter-Versand ausdrücklich zugestimmt hat. Sie benötigen also das Einverständnis zum Erhalt des Newsletters. Normalerweise wird hierfür das Double Opt-in Verfahren angewandt. Bei diesem Verfahren erhält der Empfänger nach seiner Anmeldung zum Newsletter eine Bestätigungsmail, die er abermals bestätigen muss. Weiter unten erklären wir das Verfahren genauer.

Gründe gegen gekaufte Mail-Adressen

  • Gekaufte Adressaten sind keine Interessenten: Fokussieren Sie sich auf Ihre Zielgruppe und schaffen Sie für diese Content mit Mehrwert.
  • Bei gekauften Adressen fehlt Ihnen die Zustimmung zum Newsletter-Versand: Sie handeln demnach rechtswidrig.
  • Drohende Versandsperre bei Newsletter-Tools: Der Versand von unerwünschten Mails kann zu einer vorübergehenden Blockierung oder gar dauerhaften Sperrung Ihres Kontos führen.

So steigern Sie legal Ihre Newsletter-Anmeldungen

Es gibt viele andere und legale Möglichkeiten, wie Sie Ihren Newsletter bewerben und auf Ihr Angebot aufmerksam machen können.

Zuerst natürlich die Sichtbarkeit. Ihre Website sollte die erste Anlaufstelle sein, um für den Newsletter zu werben. Wenn Kunden sich schon auf Ihrer Website befinden, haben Sie offensichtlich Interesse an Ihren Produkten und Angeboten.

Wohin mit dem Anmelde-Button?

Wo genau platzieren Sie am besten das Feld für die Anmeldung? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, die wir Ihnen in diesem Blogbeitrag vorstellen. Probieren Sie aus, was am besten funktioniert

Newsletter-Anmeldung im Footer

Wahrscheinlich haben Sie Ihren Newsletter-Button in den Footer gepackt, wie die meisten Website-Betreiber. Die Vorteile sind ganz klar:

  • es ist unaufdringlich
  • Sie bekommen nur Anmeldungen von Leuten, die sich wirklich für Sie und Ihre Produkte interessieren
  • die meisten Kunden erwarten an dieser Stelle die Newsletter-Anmeldung
  • sie wird auf all Ihren Seiten angezeigt

Der große Nachteil jedoch ist, dass die Newsletter-Anmeldung dort gern übersehen wird. So können Nutzer nicht darauf aufmerksam werden. Wenn Sie trotzdem Ihre Newsletter-Anmeldung in den Footer setzen möchten, dann heben Sie den Newsletter-Button besonders hervor oder gestalten gleich ein kleines Anmeldeformular, damit der Kunde sich sofort eintragen kann. Hierfür eignet sich ein Banner, der sich farblich von den vorherigen Inhalten abhebt.

Präsente Newsletter-Anmeldung auf der Startseite

Sorgen Sie am besten für einen Eyecatcher auf Ihrer Startseite, so wird er mit Sicherheit nicht übersehen. Wer möchte, kann sich ganz einfach und schnell eintragen und wer kein Interesse hat, scrollt einfach weiter. Eine weitere Möglichkeit ist Ihre Über-uns-Seite. Binden Sie hier den Newsletter-Button ein, denn wer auf dieser Seite ist, möchte definitiv mehr über Sie erfahren.

Newsletter-Anmeldung via Pop-ups

Dann gibt es noch die Pop-ups. Leider sind diese etwas in Verruf geraten, da sie oft mit Werbung assoziiert werden. Dennoch haben sie eine große Wirkung und eignen sich somit super für Newsletter-Anmeldungen. Achten Sie bei dieser Variante darauf, dass der Nutzer die Pup-ups einfach und schnell wieder schließen kann. Ansonsten sind sie extrem nervig und können potenzielle Abonnenten verärgern oder abschrecken. Kommunizieren Sie außerdem klar und deutlich, dass es sich um eine Newsletter-Anmeldung handelt.

Popup Newsletter-Anmeldung

Popup zur Newsletter-Anmeldung. Quelle: Screenshot Kunden-Website

Unkompliziert an- & abmelden

In der heutigen Zeit muss alles schnell und einfach gehen, so auch die Anmeldung für einen Newsletter. Fragen Sie potenzielle Abonnenten nicht zu viel aus. Für den Anfang reicht die E-Mail-Adresse und der Name, falls Sie Ihre Kunden persönlich ansprechen möchten. Vermerken Sie dabei immer, dass alle Daten sicher sind und nicht an Dritte weitergegeben werden. Alles Weitere können Sie auch später herausfinden. Dann setzen Sie einen eindeutigen und auffälligen Call-to-Action-Button darunter oder daneben. Damit ist der erste Schritt getan.

Als Nächstes erklären Sie den Leuten, wie oft sie mit E-Mails von Ihnen rechnen können oder Sie stellen eine Liste zur Verfügung, auf der die Interessierten selbst eintragen können, über welche Themen sie informiert werden möchten. Das Wichtigste ist, dass Sie klarstellen, was mit den persönlichen Daten der Abonnenten passiert und dass eine Abmeldung vom Newsletter jederzeit möglich ist.

Die Abmeldung sollte ebenso schnell und unkompliziert sein wie die Anmeldung. So ist es Pflicht, dass Sie in jeder Mail, die Sie versenden, unten einen Button oder einen Link für die Abmeldung einbinden. Bei einem Klick darauf werden die Nutzer auf Ihre Website weitergeleitet. Dort bestätigen sie noch einmal Ihre Abmeldung und schon hat sich der Abonnent ausgetragen.

Da die meisten Nutzer heutzutage hauptsächlich mit ihren Smartphones im Internet surfen, muss die An- und Abmeldung auch auf mobilen Geräten optimal funktioniert

Überzeugen Sie Interessenten mit Ehrlichkeit & Transparenz

Warum sollten die Leute ausgerechnet Ihren Newsletter abonnieren? Vermitteln Sie deutlich, was Ihre Abonnenten erwarten können und welche Vorteile der Newsletter mit sich bringt. Seien Sie kreativ und machen Sie die Kunden neugierig auf den Content, den Sie zu bieten haben. Verwenden Sie Ihr Corporate Design und schreiben Sie in Ihrem eigenen Stil. Seien Sie witzig oder doch eher konkret und schlicht. Egal, Hauptsache es passt zu Ihnen und Ihrem Unternehmen.

Ein weiteres, sehr wirkungsvolles Gimmick ist es, wenn Sie mit Gutscheinen oder Rabatten winken. Daran ist nichts verwerflich, es motiviert Ihre potenziellen Abonnenten dazu, sich für den Newsletter anzumelden. Mit großer Wahrscheinlichkeit bringt es auch mehr Umsatz, da die neuen Leser meist gleich etwas bestellen.

#knowmates-Tipp
Sie wollen gerne Ihre Kunden regelmäßig per Newsletter erreichen? Ihnen fehlen aber die Ideen für Aktionen und Inhalte, die Zeit für eine Umsetzung oder schlicht die Personalien? Kein Problem, wir unterstützen Sie gerne: vom Seedingplan bis zum Reporting.

Kontakt

Ungewollte Newsletter-Abonnenten sind schlechte Abonnenten

Bedenken Sie jedoch, dass beim E-Mail-Marketing das Kopplungsverbot sowie die eindeutige Einwilligung gelten. Bisher gab es hinsichtlich der Einwilligung für die Verarbeitung der Daten und der Verknüpfung an eine Leistung Unsicherheit. Doch mit dem Urteil des OLG Frankfurt (27.06.2019 – 6 U 6/19) sind nun Anreize wie Gratis-Downloads, Whitepapers oder Freebies rechtlich möglich – sofern der Handel „Leistung gegen Daten“ eindeutig formuliert ist.

Rechtlich legal, jedoch moralisch fraglich wäre es zum Beispiel, wenn Sie über dem Absenden-Button für das E-Book zwei Checkboxen einbinden. Bei Option a) kann der Nutzer nur das E-Book runterladen. Bei Option b) kann er sich mit dem Download gleichzeitig für den Newsletter anmelden. An dieser Stelle können Sie bereits von Vornherein das Häkchen bei Option b) setzen.

Einige Interessenten achten sicher nicht darauf und melden sich versehentlich für Ihren Newsletter an. Doch eigentlich haben sie gar kein Interesse und melden sich auch entsprechend schnell wieder ab. Sie sollten sich vorher überlegen, ob Sie diese Art von Abonnenten wirklich wollen. Schließlich schadet solch ein Verhalten Ihrer Öffnungs- und Klickrate. Anhand dieser Rate erkennen Sie, wie viele Ihrer Abonnenten den von Ihnen verschickten Newsletter geöffnet und auf Links in Ihrer E-Mail geklickt haben.

Schauen Sie sich die Statistik Ihrer Newsletter an. Ihr Anbieter stellt hierzu sicher entsprechende Auswertungen zur Verfügung. Kontrollieren Sie regelmäßig die Öffnungs- und Klickrate. Diese Werte sind ein sehr gutes Indiz für die Relevanz Ihrer Mails. Streben Sie eine Rate von mindestens 30 Prozent an. Gerne sind wir Ihnen bei der Auswertung Ihrer Newsletter behilflich.

So gestalten Sie die Newsletter-Anmeldung DSGVO-konform

Freiwillige Einwilligung

Die Entscheidung des OLG Frankfurt macht deutlich, dass sich Nutzer freiwillig für einen Newsletter-Versand entscheiden können. Das Urteil bedeutet: Sobald Sie als Anbieter konkret beschreiben, was Sie mit den Daten vorhaben, steht es dem Nutzer frei teilzunehmen oder eben nicht. Daher gibt es kein absolutes Kopplungsverbot in der DSGVO. Alles steht und fällt mit der Einwilligung und Ihrer Datendokumentation.

Eindeutige Einwilligung

Halten Sie eindeutig fest, wem gegenüber der Newsletter-Abonnent seine Einwilligung erteilt. Denn auch im Internet gelten gesetzliche Regeln, an die Sie sich halten müssen. Achten Sie also unbedingt darauf, entsprechende Rechtstexte zu hinterlegen.

#knowmates-Tipp: Wie Sie sich rechtlich absichern, lesen Sie in unserem Beitrag.

Beispielsweise wäre „Ich erlaube der Max Mustermann GmbH“ eindeutig, „Ich erlaube der Max Mustermann GmbH und deren Partnerunternehmen“ hingegen nicht.

Formular ausfüllen & weiter geht´s zur Bestätigungsseite

Nach dem Abschicken des Anmeldeformulars leiten Sie den Interessent auf eine Landingpage, die Bestätigungsseite. Sie ist ein wichtiger Punkt, denn hier erfolgen die meisten Abbrüche, weil es den meisten Besuchern zu lange dauert oder zu aufwendig ist. Erklären Sie hier einfach und unkompliziert, wie es weiter geht.

Das A & O: Double-Opt-In-Verfahren

Das Double-Opt-In-Verfahren (kurz DOI) ist Grundvoraussetzung in Deutschland und auch gesetzlich verankert. Das bedeutet, dass ein potenzieller Abonnent doppelt einwilligen muss, den Newsletter empfangen zu wollen. Die Eintragung über das Anmeldeformular allein reicht nicht. Er muss seine Zustimmung noch einmal, in einer gesonderten E-Mail mit einem Link, bestätigen. So wird sichergestellt, dass der Empfänger keine unerlaubten Mails bekommt oder ungewollt Werbung erhält.>

Bestätigungsmail

Nun kommt der letzte Schritt, die Bestätigungs-E-Mail. Auch wenn die Abonnenten es bis hierhin geschafft haben, empfiehlt es sich, die Bestätigungs-E-Mail ebenfalls zu optimieren. Denn wenn den Lesern jetzt schon nicht gefällt, was sie sehen, warum sollten sie dann weitere Mails abonnieren wollen?

Popup Newsletter-Anmeldung

Anmeldemail zum Newsletter-Versand. Quelle: Screenshot Anmeldung Kunden-Newsletter-Versand

Gestalten Sie das Layout mit Ihrem Corporate Design, um sofort einen Wiedererkennungswert zu haben. Benutzen Sie keine Standardtexte, sondern schreiben Sie individuell und aussagekräftig, aber kurz und prägnant. Binden Sie keine werblichen Elemente mit in die Bestätigungs-E-Mail ein, sondern konzentrieren Sie sich allein auf die Anmeldung.

Lassen Sie Ihre Newsletter-Abonennten nicht auf sich warten

Nachdem der Abonnent seine Einwilligung erteilt hat, ist sein Interesse natürlich am höchsten. Zudem erwartet er ja sein Gimmick, falls Sie eines angeboten haben. Schicken Sie also sofort eine E-Mail an Ihren neuen Abonnenten. Heißen Sie ihn willkommen, informieren Sie ihn über aktuelle Aktionen oder die wichtigsten Produkte und “überreichen” Sie ihm das Gimmick.

Hinweis: Eine Einwilligung kann auch erlöschen. Dies tritt nach vier Jahren ein, wenn Sie in dieser Zeit keine Newsletter verschickt haben.

Weitere Kanäle & Möglichkeiten, Newsletter-Abonnenten zu erreichen

Lukrativ sind Gutscheincodes oder Hinweise zu Sparangeboten, um künftige Abonnenten zu locken. Sicherlich sind Sie auch auf diversen Social-Media-Plattformen vertreten. Auch dort können Sie auf sich und Ihren Newsletter aufmerksam machen. Erwähnen Sie ihn auf Ihrem Profil oder in Ihren Posts.

Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten: Bei Online-Bestellungen erhält Ihr Kunde mit Sicherheit eine E-Mail zur Bestellbestätigung. Hier fügen Sie ganz einfach unten ein Kästchen ein, um für Ihren Newsletter zu werben oder integrieren es in Ihre E-Mail-Signatur.

Über eine Check-Box im Check-Out können Sie ebenfalls E-Mailadresse generieren. Weisen Sie für diese Variante im Impressum darauf hin, dass Sie die E-Mail-Adresse unabhängig von der Vertragsabwicklung außerdem für die Zusendung von Direktwerbung nutzen. Wichtig ist auch hier, dass der Kunde ausdrücklich zugestimmt hat.

Vielleicht haben Sie aber auch eine Danke-Seite, welche erscheint, wenn ein Kunde etwas bei Ihnen bestellt hat. Machen Sie auch hier Werbung für Ihren Newsletter. Dies bietet sich an, da die Kunden ja schon Interesse an Ihren Produkten zeigten und bestellt haben.

Arbeit, die sich lohnt

Natürlich ist so ein Newsletter mit viel Aufwand sowie Zeit verbunden und dennoch sollten Sie sich nicht scheuen, die Ärmel hoch zu krempeln und dran zu bleiben. Denn es zahlt sich aus. So können Sie erfolgreich eine große Liste zufriedener Empfänger beziehungsweise Kunden aufbauen. 

Ihre Vorteile von Newsletter-Marketing:

  • Sie binden Kunden mit gutem Content langfristig an sich & Ihr Unternehmen
  • Sie generieren mehr Traffic auf Ihrer Webseite
  • die Kosten für Newsletter-Marketing sind transparent & überschaubar
  • Sie verhelfen so Ihrem Unternehmen zu mehr Umsatz

Natürlich ist es mit diesen einfachen Tipps nicht getan. Um Ihre Empfängerliste wirklich nachhaltig konstant zu halten und immer weiter auszubauen, ist es wichtig, dass auch die Inhalte Ihrer nachfolgenden E-Mails hochwertig sind. Sie sollten immer einen Mehrwert für Ihre Kunden bieten. Falls Sie dazu Fragen haben oder Anregungen brauchen, dann melden Sie sich gerne bei uns. Bei einem Beratungsgespräch loten wir gemeinsam Ihre Ziele und den Weg dorthin aus.

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Quelle Vorschaubild: Cristofer Jeschke, unsplash; Screendesign auf dem Tablet von #knowmates

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