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Vogelperspektive eines Tischens mit mehreren Paketen, 2 Hände verpacken ein Paket

Onlinekäufer bevorzugen einen Gratisversand. Doch für viele Onlinehändler sind Versandgebühren notwendig, um rentabel zu wirtschaften. Wie Sie als Händler Ihren Kunden Versandkosten dennoch schmackhaft machen, verrät dieser Beitrag.

In unserem Beitrag finden Sie Informationen zu folgenden Themen:

Gründe für Versandkosten

Gerade in Zeiten von Corona steigt der Anteil an Onlinebestellungen. So wird es immer mehr zur Normalität im Internet zu bestellen, anstatt in den stationären Handel zu gehen. Daher stoßen Versanddienstleister an ihre Kapazitätsgrenzen, sowohl bei der Lagerung als auch bei der Zustellung. Es müssen mehr Personal eingestellt, mehr Transportfahrzeuge angeschafft und größere Lager gebaut werden. Als Folge erhöhen die Versanddienstleister ihre Paketpreise und das stetig.

Daran haben vor allem die Onlinehändler zu knabbern. Überraschenderweise zahlen Kunden trotzdem weniger Versandkosten. Als Ausgleich bieten Händler immer weniger Gratislieferungen an oder führen eine Bestellgrenze ein, ab der Bestellungen versandkostenfrei sind.

Gratisversand als Entscheidungskriterium für Kunden

Da die versandkostenfreie Lieferung aber ein wichtiges Entscheidungskriterium für Kunden ist, schlagen gerade große Onlinehändler die Versandkosten auf den Produktpreis auf. So können sie weiter mit dem Gratisversand werben (Quelle: Wortfilter).

Verschiedene Pakete vor einer Schautafel mit negativer Bilanz

Keine kostenfreie Lieferung mehr, dafür sinkende Versandkosten. Quelle: Shutterstock/Andrii Yalanskyi

Weniger kostenfreie, dafür günstigere Lieferungen

Laut iBusiness boten im Jahr 2019 noch 13 % der Onlinehändler eine kostenfreie Lieferung an. 2020 waren es nur noch 9 %. Der Versand gegen eine Kostenpauschale stieg um 1 % und bei “Frei ab … € Bestellwert” sogar um 2 %. Die Versandkosten für die Kunden sanken hingegen.

So sanken die durchschnittlichen Versandkosten für Kunden, die in Onlineshops bestellen, beispielsweise von 4,70 € auf 4,56 €. Gemessen wurde das Ganze an den Versandkosten eines “normalen” Pakets mit dem Standardversand (Quelle: iBusiness).

Wie reagieren Kunden auf Versandkosten?

Die Frage ist, wie viel Wert legen Kunden auf einen kostenfreien Versand? Tatsächlich gehört der Gratisversand neben schneller Lieferzeit und kostenfreier Retoure zu den wichtigsten Kriterien bei der Wahl eines Onlineshops. Überboten wird die Gratislieferung nur von der Auswahl der verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten (Quelle: Bitkom / Statista).

Lesetipp: Welche Bezahlvarianten für Onlineshops ein Must-have sind, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag.

Eine Frau vor einem Notebook mit ablehnender Geste

Versandkosten – Nein, Danke! Quelle: Shutterstock/Khosro

Die Abbruchrate von Bestellungen steigt deutlich, sobald im Warenkorb Versandkosten angezeigt werden. Betroffen sind gerade Onlineshops, bei denen vorab die Höhe der anfallenden Versandkosten nicht ersichtlich ist. Einige Händler handhaben dies so, weil sie die Versandkosten von der Menge und dem Gewicht der bestellten Ware abhängig machen.

knowmates-Tipp: Kommunizieren Sie unbedingt, wie sich Ihre Versandkosten zusammensetzen. Nutzen Sie außerdem den Warenkorb, um Ihren Kunden mitzuteilen, wie viele Artikel diese noch benötigen, um beispielsweise von einem kostenfreien Versand zu profitieren.

Den Kunden Versandkosten schmackhaft machen

Doch was tun, wenn man als Onlinehändler die Kosten nicht umlegen kann? Gerade kleine Shops können keinen kostenfreien Versand anbieten und viele wollen es auch nicht. Schließlich ist der Versand eine Leistung, die aus Sicht der Händler auch bezahlt werden sollte. Das Hauptproblem im E-Commerce ist, dass man als Händler einfach per Klick vergleichbar ist, wenn man keine selbst produzierten Eigenmarken oder Eigenware verkauft. Ergo sucht sich der Nutzer meistens den günstigsten Anbieter raus. Das bedeutet für den Onlinehändler eine Gradwanderung, bei der man zwischen günstigen Produktpreisen und Versandkosten entscheiden muss. Vergleichsportale wie Idealo geben den Onlinekäufern jedoch auch den günstigsten Gesamtpreis an.

Mindestbestellwert für eine versandkostenfreie Lieferung

Customer Experience ist das Zauberwort, bei und auch nach der Bestellung. Bieten Sie einen kostenfreien Versand ab einem Mindestbestellwert an und werben Sie an prominenter Stelle in Ihrem Shop. Hierfür eignet sich der Headerbereich über Ihrer Menüleiste. Kommunizieren Sie Ihre USPs wie einen freien Versand ab xy Euro, Ihre Bezahlmöglichkeiten oder Ihren Service. Informieren Sie Ihren Kunden außerdem im Warenkorb darüber, welcher Bestellwert ihm noch bis zum Erreichen der kostenlosen Lieferung fehlt. Auf diese Weise erhöhen Sie den Warenkorb Ihrer Käufer.

Paketverfolgung & Zustelloptionen anbieten

Auch nach der Absendung der Bestellung sollte die Kommunikation nicht aufhören. Käufer schätzen es Informationen darüber zu erhalten, wo sich ihr Paket gerade befindet, beziehungsweise wann es geliefert wird. Sie danken es, indem sie gerne wieder in Ihrem Onlineshop bestellen.

Ein älterer Herr nimmt ein Paket von seinem Postboten entgegen

Beim Postboten des Vertrauens zahlen Kunden auch gern Versandkosten. Quelle: Shutterstock/Drazen Zigic

Mit Zustelloptionen gestalten Sie die Lieferung für Ihre Kunden so angenehm wie möglich. Vielleicht lassen sich Kunden am liebsten ihr Paket an eine Packstation liefern, weil diese auf ihrem Heimweg von der Arbeit liegt oder sie möchten, dass der Paketbote die Bestellung bei einem bestimmten Nachbarn abgibt.

Informationen rund um die Bestellung

Um Ihren Kunden die Wartezeit zu verkürzen, senden Sie nach der Bestellbestätigung zum Beispiel via E-Mail hilfreichen Content, interessante Informationen, Tipps, Rezepte oder Ähnliches zum bestellten Produkt. So können Ihre Kunden die Ware sofort ausprobieren, wenn ihre Bestellung ankommt.

Fazit

Der Onlinehandel nimmt stetig zu. Die Versandkostenfreiheit ist für Kunden immer noch ein wichtiges Kriterium bei der Bestellung von Produkten. Dennoch zeigt sich, dass Käufer bereit sind für den Versand zu zahlen.

Vor allem große Versandhäuser werden weiterhin Gratisversand anbieten, weil sie es sich leisten können. Kleinere Onlinehändler müssen hingegen kreativ werden und sich etwas mehr anstrengen, um ihren Kunden das Bestellen zu versüßen.

 

 

Quelle Vorschaubild: Shutterstock/insta_photos

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